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mister minit / potsdamer platz

May 20, 2010

Ich weiß selbst nicht so genau, wie ich es fertiggebracht habe, ausgerechnet mein teuerstes Paar Schuhe (nein, für Manolos wird es nie reichen, aber Riccardo Cartillone mußte dann doch mal sein, in eisengrau… hach!) SO zu verhunzen und mißhandeln, daß ihnen schon von weitem mitleidige, mir hingegen verständnislose Blicke zugeworfen werden…

Aber da, wo ich den überwiegenden Teil des Jahres wohne, gibt es sowas wie Schuster oder Schneider schon gar nicht mehr:  is ja alles billig, geht eh sofort kaputt, kauf man halt was neues Billiges.

Ich habe zwar anläßlich meines heutigen Besuchs in Erfahrung gebracht, daß es einige Filialen in NYC gibt, dort bin ich aber auch nicht dauernd & nur für ein paar neue Absätze fahre ich da bestimmt nicht hin.

Besonders schön an Mister Minit finde ich, daß man dort unangemeldet aufschlagen, die an den Füßen befindlichen Schuhleichen auf den Counter legen kann und dann besockt auf einem der Hocker Zeugin der Anklebe sein darf.

Soweit ich weiß, ist das in allen Filialen Gang und Gäbe — Herr Sahin B. von dieser Filiale jedenfalls fühlte sich von meinen Lumpenschuhen offenbar so herausgefordert, daß er nicht nur neue Absätze befestigte, sondern auch mit viel Mühe versuchte, dem lädierten Leder den letzten verblichenen Glanz zu entlocken… was ihm erstaunlicherweise nach einigen Minuten zärtlichen und gleichsam resoluten Wichsens (nur Drittklässler dürfen hier kichern) sogar gelang.  Wenn es in diesem Rahmen nicht eher unüblich wäre, hätte ich fast noch Trinkgeld gegeben.

Stattdessen überredete mich der Schuhflüsterer, statt 13,99 für ein paar neue Absätze lieber 20 Euro zu berappen:  dafür gibts dann noch ein weiteres Paar geheilt, sicher in nicht allzu ferner Zukunft.

maredo / potsdamer platz

July 1, 2008

July 1, 2008

Ich bin eigentlich kein großer Freund von Restaurantketten, dies noch weniger, seit es mich jeden Herbst & Winter in die nordamerikanische Steppe verschlägt, wo ich um McDoof, BK, Olive Garden, Taco Smell,  und wie sie alle heißen normalerweise einen großen Bogen mache – es sei denn, ich befinde mich irgendwo in Iowa & es gibt einfach nix anderes.

Wenn aber der carnivore in mir nach toter Kuh ruft, ist Maredo (zumindest in Deutschland) meine erste Anlaufquelle. Auch gestern wieder überkam mich Fleischeslust, und nachdem ich die durch die Bank abschreckenden Beiträge zu Grill Royal gelesen hatte sowie die Preise des Midtown Grill mich nicht hineinlocken konnten, ging es mal wieder zur Filiale am Potsdamer Platz.

Gut, schönes Interior Design ist etwas ganz anderes & ich nehme an, daß keine der Filialen in Deutschland zum Verweilen einlädt.  Aber das Preis-Leistungsverhältnis ist hier einfach unschlagbar.

Was kann ich sagen – das Steak ist fast immer perfekt, das Salatbuffet ansehnlich und auch immer recht knackig und frisch, der Service freundlich und professionell.

Wenn es tatsächlich mal Grund zur Beschwerde gibt – sei es, weil die Kuh nicht mehr ganz “englisch” ist, oder sich zähe Sehnen durch den Fleischklumpen ziehen (was wirklich selten genug vorkommt), wird es ohne Murren abgeräumt und durch ein neues, perfekt gegrilltes und/oder zartes Stück ersetzt.

Eine kulinarische Offenbarung ist Maredo weiß Gott nicht, aber solide Qualität – und das seit mehr als 20 Jahren.  Das soll denen erst einmal jemand nachmachen.