Posts Tagged ‘mußnichsein’

curry 36 / xberg

January 2, 2010

Ich gebe es ohne Umschweife einleitend zu:  ich muß eine ‘schlechte’ Deutsche sein, denn Wurst – in ihren vielen Facetten und Formen – kann mich nicht wirklich begeistern, abgesehen vielleicht von würziger, luftgetrockneter Salami oder einer gebratenen boudin noir (na gut, auf meinem Frühstückstisch erfreuen mich regelmäßig Teewurst, Schinken & Mortadella…).

Aber mit Currywurst habe ich Zeit meines Lebens so garnichts anfangen können und daher insgesamt bisher vielleicht maximal eine Handvoll verzehrt.

Selbst nach meinem Umzug nach Berlin vor vielen Jahren hatte es mich nie zu Konnopke oder eben diesem Xberger Pilgerort gelockt.

Es trafen jedoch im letzten Sommer diverse begünstigende Faktoren zusammen, die meinen ersten (und 100% letzten) Besuch bei Curry 36 herbeiführten:

es war a) Besuch aus San Francisco da, mit dem man b) am späten Abend nach einem Shins-Konzert im Postbahnhof mit c) einem mäßig knurrenden Magen am Mehringdamm eintraf.

Da einem ausnahmslos Lobeshymnen zu dieser glorifizierten Imbissbude im kollektiven Gedächtnis geblieben waren und selbstverständlich wieder eine ganze Reihe von Taxifahrern – aka die Gourmets der Stadt (ha!) – dort anstanden, orderten wir also den Heiligen Gral, die Currywurst.  Diese teilten wir uns zu viert.  Aufgegessen haben wir sie nicht.

Ich habe in meinem langen kulinarischen Dasein – obschon wie bereits eingangs erwähnt von Wursterlebnissen nicht eben durchwirkt – noch nie eine so grauenhaft langweilige, geschmacksfreie Wurst gegessen.   Das wäre problemlos auch als Tofu durchgegangen.  Und die “scharfe”, überhypte  Curry-Sauce (na, hier schreibt man besser Soße, wa?) war Supermarktkettenketchup mit laschem Currypulver drauf.

DAS soll der Zenit der Berliner Currywurst-“Kultur” sein?  You’ve got to be kidding.

Um zum Schluß ein nicht ganz so populäres Lied von Herrn Grönemeyer zu zitieren:

“ich sag:  nie mehr nie mehr nie mehr nie mehr nie mehr nie mehr, nie wieder!”

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kirk royal / xberg

July 29, 2009

der erste, wahrhafte sommertag in berlin (hey, dafür hats nur ca. 2.5 monate anlauf gebraucht & noch ist der juli ja nicht rum), drum war abendsonne am kanal angesagt – genauer, am landwehrkanal – eine gegend, die ich seit einem versuchten überfall durch zwei billigmotor-rollernde jungs im sommer 05 & aufgrund kiezferner unterbringung in den folgejahren eher selten aufgesucht habe.

von einigen normalerweise verläßlichen quellen war mir mal das kirk royal empfohlen worden, vornehmlich für das dort feilgebotene steak frites.  ein abstecher schien daher lohnenswert, zumal die ecke am kottbusser damm um 19 uhr noch ordentlich sonnen-beschienen wurde.

der service war freundlich und flink, brachte flugs zwei schöne staropramen und eine flasche perrier (für schlappe 6 euro / liter).  von der aktuellen tageskarte bestellten wir die “gourmet royal”-platte mit gebratenem thunfisch, austern, fleischpastete, räucherlachs, scampi, jakobsmuschel & käse, außerdem das gepriesene steak frites mit hausgemachter béarnaise.

zum guten brot wurden sehr gute eingelegte oliven (knoblauch, kümmel & zitronenzeste) gereicht sowie zu kalte butter.

selbstverständlich hatte ich meine kamera dabei, sollten die speisen hübsch daherkommen – ganz nach dem historischen blog-motto mehr bilder, weniger text ‘-)

die royale platte kam jedoch in etwa so fotogen daher wie cellulite-nahaufnahmen von bedauerlichen starlets im national enquirer:  der traurig-graue thunfisch in steakform (den hier anscheinend niemand vernünftig zubereiten kann, nämlich außen scharf angebraten und innen zwischen rare / roh) war überdurch & übersalzen und befand sich zudem auf dem räucherlachs, der dadurch lauwarm sowie geschmacklich von recht durchschnittlicher supermarkt-qualität daherkam.  die “scampi” – shrimps in einer undefinierbaren, matschfarbenen “sauce” – waren ebenfalls in erster linie salzig.

ein kinderfaustgroßer pampsklops im gleichen farbspektrum gab zunächst rätsel auf, wurde aber schnell als zu trockener, labbriger hummus identifiziert.  die 2 kleinen fleischpasteten-quadrate bestanden vornehmlich aus teig.  dazu gabs noch die angekündigte jakobsmuschel (auch nicht scharf genug angebraten), zwei fade austern & zwei scheiben schnittkäse, das alles für 14,50.  im nachhinein bereue ich es sehr, diese traurige angelegenheit nicht auch fotographisch verewigen zu können…

das steak frites war mäßig, bißchen zuviel gezausel im fleisch, die pommes knusprig, die hausgemachte béarnaise an der estragon-front eher schwächelnd und darüberhinaus zu kalt.  lauwarm sollte diese schon sein, wenn man nicht das gefühl haben möchte, ei-butter zu verzehren.

vielleicht hätte ich mir vorher aktuellere berichte zu dem laden anschauen sollen, dann wäre uns diese ausgesprochen mäßige erfahrung erspart geblieben.

Bar 25 / f’hain

July 14, 2008

July 14, 2008

Tja, dem überschwenglichen Lob zur Bar 25 kann ich mich leider nicht anschließen…

Gestern (Sonntag) verspürten Mann und ich Lust auf Strand, Sonne & nette Atmo und suchten diese superdupertolle location auf. Der freundliche Herr an der Tür teilte uns nach kurzer Musterung (vermutlich zu alt, nicht hip genug, nicht genug Metall in der Fresse, usw. usf.) mit, daß es sich um eine “Privatparty” handle.

Da wir selbst im relativ hippen New York bisher nie den Drang hatten, uns hinter vermeintlichen VIPs an einer langen roten Samtkordel anzustellen, um den Schönen und Wichtigen beim Sich-Selbst-Feiern zuzuschauen, gingen wir belustigten Schrittes die 3 Meter weiter zur White Trash Strandbar, die solche pretentions offensichtlich nicht nötig hat.

Dort saß es sich nicht minder entspannt auf unergonomischen, aber bequemen Strandstühlen nahe dem Wasser – Sonne, Strand & Atmo inklusive, hipster exklusive. Und das Wummern der schlechten Musik von nebenan war gerade leise genug :-D