Posts Tagged ‘französisch’

etienne bzw. café de paris / p’berg

July 15, 2009

ach ja, monsieur grau-meliert (der besitzer?) ist schon très charmant, wenn er denn mal vor die tür schaut (nicht nur zu ihr heraus) oder sogar vor diese tritt.  bei zwei besuchen innerhalb der letzten woche verbrachten wir viel zeit damit, das personal zu suchen, das unentwegt mit gläserpolieren beschäftigt zu sein schien, aber freundlich durch das fenster nickte… ich bin durchaus für glänzende gläser, viel mehr aber für regelmäßig nachgefüllte, und da hapert es doch gewaltig.

auch wurde ich ein wenig blass, als mich ein später dazustoßender freund (danke, robert!) auf den nicht unerheblichen preis von 4,90 € für den halben liter löwenbräu – ich befand mich bereits beim 2. – aufmerksam machte.  da konnte man im nachhinein glatt froh sein, nicht öfter bestellt haben zu können.

beim franzosen soll man aber ja eigentlich auch wein trinken, was wir dann auch mit einer flasche sauvignon befolgten.

um 21:30 stellten wir fest, daß man von bier und wein alleine nicht leben kann sollte, und versuchten, einen käseteller zu bestellen.  der kellner teilte uns mit, daß die küche zu sei.

soso.  es war also partout nicht möglich, daß der koch mal eben ein bißchen käse aufschneidet und diesen mit salatgarnitur und walnüssen auf einen teller plaziert.  er hätte von mir aus auch den salat und die nüsse weglassen & dazu trockenes brot reichen können.  mais non.

quel dommage.  für die preise vermutlich nicht noch einmal.

bandol / mitte

October 6, 2008

October 06, 2009

Dieses von allen Seiten hochgepriesene Lokal wollten wir auch endlich mal kennenlernen – ein Anlaß war schnell gefunden & ein Tisch für die Spätschicht an einem Dienstag reserviert.

Zunächst rannten wir prompt am Laden vorbei, weil eine interessante Seilkonstruktion am Haus auf der gegenüberliegenen Seite unseren Blick im entscheidenden Moment abgelenkt hatte… am Rosenthaler Platz hieß es daher also wieder zurück das Ganze.

Die Front des Lokals mit Plaste-Vorhängen erinnert stark an New Yorker Delis – bis auf die fehlenden Zeitungen, Blumen und Früchte.  Stattdessen frieren, essen und trinken hier die Raucher unter Heizpilzen (sind die nicht verboten mittlerweile?).

Drinnen befinden sich Gastraum und offene Küche.   Die klapprige Angelina Jolie kann man sich hier schon eher vorstellen als Brad Pitt, denn der Gastraum ist ziemlich klein & die Tische eng gestellt.  Andererseits müßte sie ja dann hier essen, was sich negativ auf ihre anämischen Reize auswirken würde.

Dem Kommentar, ländliche Küche käme hier besonders “leicht” daher, kann ich mich nämlich nicht wirklich anschließen.

Ich hatte als einzige am Tisch eine Vorspeise geordert, Weinbergschnecken mit Kalbskopf und Haselnüssen.  Die Popecken hatte man schon obdachlos gemacht und so schwammen sie fröhlich in sehr viel Kräuterbutter, nebst besagten Kalbskopfwürfeln (die hauptsächlich aus Fett bestanden) und den Nüssen.  Es schmeckte gut, war aber so mächtig, daß mir meine 4 Begleiter zur Hand (zum Mund?) gehen mußten, ansonsten hätte ich mir das Hauptgericht schenken können.

Andererseits dauerte es immerhin geschlagene 1.5 Stunden, bis die Hauptgerichte auf dem Tisch standen – eine lange Zeit, wenn man keine Vorpeise bestellt hat.

Die Hauptgerichte waren allesamt gelungen – das Entrecôte & das Kalbsrückensteak sehr saftig und zart, die Gemüse mit Biß;  die Kalbsnieren vielleicht ein bißchen sehr medium-rare;  mein Hirschkalb = Brust gebraten, Keule geschmort auf zweierlei von der Petersilienwurzel wunderbar.  Man geht allerdings recht freizügig mit Butter um, aber vielleicht gehört das in der modernen französischen Küche neuerdings wieder so…  für Nachtisch war jedenfalls beim besten Willen kein Platz.

Der erste Wein war ein Pinot Noir aus dem Elsaß, der zweite ein Côte du Rhones, beide ausgesprochen preiswert und eine gute Wahl; den zweiten Wein zu bestellen gestaltete sich leider etwas schwierig, womit ich auch zu einem wichtigen  (Kritik-)punkt komme – dem Service.

In einem solch zwergenhaften Raum minutenlang Augenkontakt mit der Kellnerin suchen zu müssen, die sich gerade glänzend mit dem gläserpolierenden… Gläserpolierer unterhält – der uns sehr wohl sah, aber fröhlich ignorierte –, oder den Köchen bei ihrer Arbeit zusieht, nervt einfach nur.

Ich bin schließlich selbst aufgestanden, habe die Weinkarte an den Tisch geholt & irgendwann kam dann auch die Kellnerin.

Außerdem will sich mir die Preispolitik bei den Vorspeisen nicht so recht erschließen – ein gemischter Salat mit Ziegenkäse kostet 12,50 Euro?  Genau soviel wie ein halbes Dutzend Austern?  Strange.

Trotz solidem Essen gibts für die Attitüde 2 Punkte Abzug.