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curry 36 / xberg

January 2, 2010

Ich gebe es ohne Umschweife einleitend zu:  ich muß eine ‘schlechte’ Deutsche sein, denn Wurst – in ihren vielen Facetten und Formen – kann mich nicht wirklich begeistern, abgesehen vielleicht von würziger, luftgetrockneter Salami oder einer gebratenen boudin noir (na gut, auf meinem Frühstückstisch erfreuen mich regelmäßig Teewurst, Schinken & Mortadella…).

Aber mit Currywurst habe ich Zeit meines Lebens so garnichts anfangen können und daher insgesamt bisher vielleicht maximal eine Handvoll verzehrt.

Selbst nach meinem Umzug nach Berlin vor vielen Jahren hatte es mich nie zu Konnopke oder eben diesem Xberger Pilgerort gelockt.

Es trafen jedoch im letzten Sommer diverse begünstigende Faktoren zusammen, die meinen ersten (und 100% letzten) Besuch bei Curry 36 herbeiführten:

es war a) Besuch aus San Francisco da, mit dem man b) am späten Abend nach einem Shins-Konzert im Postbahnhof mit c) einem mäßig knurrenden Magen am Mehringdamm eintraf.

Da einem ausnahmslos Lobeshymnen zu dieser glorifizierten Imbissbude im kollektiven Gedächtnis geblieben waren und selbstverständlich wieder eine ganze Reihe von Taxifahrern – aka die Gourmets der Stadt (ha!) – dort anstanden, orderten wir also den Heiligen Gral, die Currywurst.  Diese teilten wir uns zu viert.  Aufgegessen haben wir sie nicht.

Ich habe in meinem langen kulinarischen Dasein – obschon wie bereits eingangs erwähnt von Wursterlebnissen nicht eben durchwirkt – noch nie eine so grauenhaft langweilige, geschmacksfreie Wurst gegessen.   Das wäre problemlos auch als Tofu durchgegangen.  Und die “scharfe”, überhypte  Curry-Sauce (na, hier schreibt man besser Soße, wa?) war Supermarktkettenketchup mit laschem Currypulver drauf.

DAS soll der Zenit der Berliner Currywurst-“Kultur” sein?  You’ve got to be kidding.

Um zum Schluß ein nicht ganz so populäres Lied von Herrn Grönemeyer zu zitieren:

“ich sag:  nie mehr nie mehr nie mehr nie mehr nie mehr nie mehr, nie wieder!”

bier’s curry & spieße / mitte

September 23, 2008

September 23, 2008

Ich habe für einen meiner persönlichen Lieblingsbeiträge auf der Bewertungsplattform qype – nämlich dem zu der völlig überhypten und grottenschlechten Altfettbude Curry 36 – eine beachtliche Anzahl von Kommentaren / geistige Prügel ‘-) erhalten, in denen alles mögliche in Frage gestellt wurde, u. a.

– meine grundsätzliche Qualifikation als Currywurst-Beurteilerin,

– das Vorhandensein von Geschmacksknospen,

– mein persönlicher Schreibstil (dies zudem von jemandem, dessen Texte sich hauptsächlich aus buchstaben-fremden Zeichen zusammensetzen –>> <<–  usw.)

Wie oft ich mich deswegen in den Schlaf geweint habe, kann ich hier gar nicht öffentlich zugeben :-D

Wohl aber möchte ich von einer Currywurst-Epiphanie berichten, die ich gestern durchlebte.  Natürlich war es nicht meine Idee, die Fettbude unterm S-Bahnhof Friedrichstraße zu betreten.  Ich bin schließlich wurst-o-phob!!

Bin ich nun für alle Zeiten bekehrt?  Kann ich noch nicht so recht sagen.

WAS ich allerdings auf jeden Fall sagen kann:  die Currywurst ist große Klasse = Wurst schmeckt wurstig & war zum Teil sogar knusprig angebraten (!!!!), Ketchup tomatig, Currypulver currpulverig – und dazu gabs noch eine ordentlich scharfe Sauce.  Chön charf.

Ich war mir selbst ganz fremd, als ich nicht nur ein oder zwei Bissen probierte, sondern noch 3 weitere hinterherschob.  Es schmock tatsächlich ‘nach mehr’.

Da sieht mans mal wieder:  das Leben, auch das vermeintlich kulinarsch aufgeklärte, bietet einem immer wieder Überraschungen – an Orten, wo man diese am wenigsten vermutet.  Wie schön.