Posts Tagged ‘chinesisch’

wok show / p’berg

May 5, 2009

May 5, 2009

Auf diesen Laden war ich wirklich gespannt, da ich immerhin die nächsten 4 Monate ohne meinen wöchentlichen Chili-Rausch bei Chopstick Express durchstehen muß… seufz.

Zwar stellte sich schon innerhalb weniger Minuten heraus, daß Wok Show eigentlich recht wenig aus der Sichuan-Küche anbietet – die Spezialität des Hauses sind ausdrücklich die täglich frisch erstellten Jiao-Zi:  gedämpfte oder gebratene Teigtaschen mit allerlei verschiedenen Füllungen.  Auf meine Nachfrage hin ließ sich aber die sehr freundliche Service-Dame dazu überreden, Ma Po Tofu zuzubereiten.

Auf der Karte fand sich immerhin ein guter Bekannter in Form des Gurkensalats mit Knoblauch; als weitere Vorspeisen erschienen eingelegter Chinakohl (Kim-Chi-ähnlich, aber nicht ganz so “intensiv”) und Rindfleischscheiben mit einer erdnussigen Sauce.

Der Gurkensalat war OK, mehr nicht;  auch dem Ma Po Tofu fehlte Würze, Schärfe sowie nicht zuletzt der wichtigste Bestandteil = Sichuan Pfefferkörner.

Die Teigtaschen, von denen wir zwei verschiedene Versionen für jeweils schlappe 5,50 € / 20 St. als “Hauptgericht” bestellt hatten, waren allerdings wunderbar.  Zum Dippen gibt es Schälchen mit dunklem Essig, der sich in Sojaflaschen befindet.  Eine angenehme Überraschung, falls man den üblichen Inhalt erwartet.  Für 3 Leute sind 40 Teigtaschen plus x Vorspeisen reichlich.  Man kann diese übrigens auch tiefgekühlt zum Mitnehmen kaufen – prima finger food für Parties!

Als ich kurz die Toilette aufsuchen wollte, war ich zunächst verwirrt – die Wand ist bemalt, die Tür auch… man sieht nach dem 2. Bier nicht direkt. ob es da auch wirklich weitergeht ‘-)

Auch sah ich auf einem der Tische ein Gericht stehen, das dem von mir heiß verehrten & vermißten “Diced chicken with hot pepper” seeeeehr ähnlich sah.  Die Dame versprach, es beim nächsten Mal für uns zuzubereiten.

Ich werde den nächsten Besuch besser vorbereiten und mit Hilfe einer gescannten Speisekarte aus der Heimat weitere Gerichte bestellen, die zwar leider nicht auf der regulären Karte stehen, aber offensichtlich erhältlich sind.

Ma Po Tofu ist demnächst dann wieder im Aroma Village dran.  Chön Charf!!!

wok show / greifenhagener str. 31 / p’berg / 030 4391 1857

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chopstick express / PA

November 25, 2008

November 25, 2008

Gestern war ein schwarzer Tag, denn sonntags – wie ich zu meiner großen Enttäuschung feststellen mußte – ist Chopstick Express nicht geöffnet.

Chopstick Express – dieser magische Ort, der mich seit meiner Rückkehr in die nordamerikanische Steppe in seinen Bann gezogen hat.  Auf den ich mich gestern schon nachmittags, beim Frieren draußen aufm Pferd, gefreut hatte.  Den ich Freunden gegenüber seither zu jeder Tages- und Nachtzeit erwähne – völlig egal, obs grade zum Thema paßt oder nicht.

Ein winziger Laden in der College Avenue, eine der beiden “Hauptstraßen” in der “Innenstadt”, an dem ich sicher schon 1.000 Mal vorbeigelaufen bin, ohne ihn eines zweiten Blickes zu würdigen.  Der von draußen aussieht wie der billigste Ami-Chinese, den man sich vorstellen kann.  Der eine Lunch-Kombo für $3,99 anbietet:  2 Gerichte plus Reis plus Getränk.

Nie hätte ich hier einen Fuß reingesetzt, wenn… tja, wenn wir nicht in der glücklichen Lage wären, einen guten (chinesischen) Freund zu haben, der uns, als er noch in New York wohnte, schon oft den Weg in himmlische Dim Sum-Hallen in Chinatown gewiesen hatte.  Dr. Ng hatte aber unfaßbarerweise den Laden selbst erst vor Kurzem entdeckt.  Es gibt ihn zwar schon seit über 10 Jahren, anscheinend aber unter relativ neuer Führung.  Der chinesische Name des Restaurants soll auch irgendwas mit “Drache” sein, das muß ich aber noch in Erfahrung bringen.

Ca. 10 Plaste-Tische und -stühle stehen in dem kleinen Lokal, vorne ist eine Theke, an der mittags das heiße Buffet für die hauptsächlich studentische Kundschaft besteht.  Abends sieht man hier fast ausschließlich Chinesen.

Die Karte hat zwei Seiten – eine mit den hier gängigen, sprich amerikanisierten Gerichten wie General Tso, Kung Pao Chicken, oder Lo Mein (die ich aus deutschen Chinarestos z. B. überhaupt nicht kenne), auf der anderen Seite finden sich die vielen Gründe, deretwegen ich mindestens einmal die Woche hier essen muß.

Die Inhaber stammen aus der Provinz Sichuan und bieten daher eine große Anzahl scharfer Gerichte (heißa) an.

Die Namen — wie z. B. “Sliced pork with minced garlic”, oder “Sliced fish in fresh pepper” regen nun nicht gerade die Phantasie an, daher war es praktisch, Dr. Ng bei unserem Erstbesuch dabei zu haben, der freundlicherweise auch die Bestellung übernahm.

Die Vorspeise, das bereits erwähnte Schweinefleisch mit Knoblauch, entpuppte sich als hauchdünn geschnittene Scheiben mit sowohl knusprigem als auch frischem gehackten Knoblauch & Chili-Öl bedeckt, serviert auf eingelegten Gurkenscheiben.  Ein Traum.  Ähnliches habe ich im Le Lamian probiert, dort fand ich es aber nicht annähernd so unvergesslich.

Der “Sliced fish in fresh pepper” wird in einem Hotpot gereicht, also einer heißen, aromatischen und *sehr* öligen Garflüssigkeit, deren Hauptaufgabe das Garen & aromatisieren ist, zum löffelweisen Verzehr ist sie nur bedingt geeignet.  Es ist eben keine Brühe.  Wenn man diese Flüssigkeit aber mit nach Hause nimmt, kann man am nächsten Tag chinesische Nudeln kochen & sie in ebendiese Wieder-Erhitzte hineinwerfen und sie danach hinausschlürfen.

Auf mein Bitten hin hatten wir auch eine Portion Ma Po Tofu, die hinreißend war.  Das Aroma Village in Berlin bietet dieses Gericht ebenfalls ziemlich authentisch zubereitet an, ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen.  Um Mißverständnissen vorzubeugen:  es handelt sich hier keineswegs um ein vegetarisches Gericht;  der gedämpfte Tofu wird mit gehacktem Rind- oder Schweinefleisch serviert, hinzu kommen Schluppen, Ingwer und Chilis.  Für den besonderen Kick und einmaligen Geschmack sind die Sichuan-Pfefferkörner verantwortlich, die eine betäubende Wirkung auf Zunge, Zahnfleisch und Lippen haben können.  Keine Angst, das geht vorbei und schmeckt einfach wunderbar.

Hinzu kam noch ein recht scharfes Gericht mit Huhn & einer geisteskranken Anzahl getrockneter Chilischoten sowie grüne Bohnen aus dem Wok – auch diese wieder nicht rein vegetarisch, da mit kurz angebratenem Schweinehack serviert.

Während ich hier schreibe, läuft mir schon wieder das Wasser im Munde zusammen.  In ca. einer halben Stunde werde ich unsere Bestellung für heute abend abgeben, um diesmal 3 neue Gerichte zu probieren.

Die Kombination “sehr scharf & viel Öl” hat zugegebenermaßen bisweilen unangenehme Nebenwirkungen.  Vielleicht legt sich das mit der Zeit, bis dahin kann mich allerdings auch das nicht davon abhalten, denn ich bin regelrecht süchtig nach Chopstick Express… vielleicht ist Heroin mit drin :-D

aroma village / p’berg

August 3, 2008

August 3, 2008

Endlich, endlich!  Freut Euch und frohlocket!!!

Ein per Zufall entdeckter, großartiger Chinese in Berlin, in recht unerwarteter location an der Grenze zum touristischen Epizentrum Kollwitzplatz.

Wir waren eigentlich auf dem Weg zum Si An, wo ich im Juni wunderbaren gegrillten & vietnamesisch marinierten Spargel gegessen hatte – leider war der Laden proppevoll, weswegen nach einem mehr oder weniger eleganten U-Turn das beim Vorbeibrettern entdeckte Aroma Village aufgesucht wurde.

Die dampfenden Teller mit allerlei Gesottenem und hübsch geschnitzten, bunten Gemüsen sahen vielversprechend aus.

Die Inneneinrichtung ist, bis auf einige wenige Troddel-Lampen, recht modern –Bodenstrahler, die farblich zwischen grün und rot changieren, geben dem Laden sogar ein kleines bißchen Hipness.  Aber das sind Nebensächlichkeiten.

Die Hauptsache, das Essen nämlich, ist eine einzige Freude.

Unsere Vorspeise waren 6 handgefertigte Teigtaschen mit Schweinehack & Gemüsefüllung, dazu wurde eine würzige Dipsauce (Soja, Frühlingszwiebeln, ein wenig Reisessig) gereicht.  Mit diesen saftigen Batzen ließe sich ohne weiteres der Abend bestreiten, wenn es nicht so viele andere Dinge zu entdecken gäbe.

So ist die Karte zwar grammatikalisch und orthographisch zum Teil haarsträubend unverständlich, es lassen sich hier aber viele traditionelle chinesische Speisen ausmachen wie z. B. die mit Gemüse oder Hack gefüllten steamed buns, die ich bisher nur in Chinatown gesehen habe;  man kann auch so ziemlich alle Innereien des Schweins (Nieren, Herz, Bauch, Darm… jawoll, Darm) in verschiedenen Sößchen bestellen,  es gibt Suppe mit Rindersehnen & anderen Zutaten, die auf den Durchschnittseuropäer oder Kolle-Besucher leicht abschreckend wirken könnten.

Mein Mann bestellte recht konservativ gebratenen Reis “Aroma Village”, ich entschied mich für Ma Po Tofu, ein China-Standard quasi, an dem viele Exilchinesen die Authentizität eines Restaurants messen.  Dieses war bereits mit “scharf” (2 Pfefferschoten in der Karte) gekennzeichnet, ich wollte aber die Schärfe nicht dem Zufall überlassen und betonte “schön scharf”.  Schön scharf war das Gericht, darüberhinaus war der Tofu – für den ich normalerweise weiß Gott nicht ins Schwärmen gerate, zart gedämpft & befand sich in einer Sauce aus gehacktem Rind, Karotten, Sellerie, Knoblauch, frischem Ingwer, jede Menge Chili & sogar einige der legendären Szechuan peppercorns, die einem die Zunge betäuben…

Der gebratene Reis war ebenfalls richtig gut – die einzelnen Komponenten wie z. B. das gewürfelte, rauchige Schweinefleisch, die Shrimps & das Gemüse waren geschmacklich deutlich über dem üblichen ‘flied lice-Niveau”, auch kam der Reis eher fluffig und würzig daher denn übermäßig ölig oder mit Soja-Sauce erschlagen.

Der einzige Kritikpunkt (dem größere Esser als wir es sind sicher widersprechen werden), sind die Portionen, denn diese sind gigantisch.

Ich probiere gerne viele verschiedene Dinge aus, und das ist bei solchen Mengen einfach nicht machbar.  Ich konnte etwa ein Drittel meines Gerichts bewältigen, vom gebratenen Reis blieb die Hälfte übrig.

Gut, kann man ja zum Glück alles mit nach Hause nehmen um es dann, so gegen Mitternacht, mit wieder erwachtem Heißhunger & großem Genuß zu verzehren…..

Aber weniger wäre hier mehr.  Fazit:  unbedingt hingehen, unbedingt mit vielen Leuten zusammen viele verschiedene Sachen bestellen und dann, wie es in China üblich ist, alles teilen.

Es gibt noch viel zu probieren, packen wir es ein.