rucola

June 12, 2009

ach, rucola, warum nur? seit mehr als 5 jahren erlebt rucola – formerly also known as rauke – eine ‘renaissance’ in den küchen deutschlands. rauke heißt es natürlich fast nirgends, viel zu unhip (obwohl in den gehobeneren restaurants mittlerweile häufiger rauke zu lesen ist.  vermutlich auch wegen des hipness-faktors).  rein geschmacklich gesehen ist der raketenhafte aufstieg der rauke durchaus nachvollziehbar.  ich gebe zu:  auch ich mag rucola.  so dann und wann, meistens aber im sommer – mit ein wenig zitronenöl, frischem pfeffer, garnelen und gehobeltem parmesan ist in windeseile ein prima salat hingezaubert, der in seiner einfachheit & gleichzeitigen geschmacklichen komplexität geradezu — ja, rocket ‘-)

wieso aber seit ca. anfang dieses jahrtausends auf fast jede pizza / pastagericht / überall wo platz aufm teller ist, reflexhaft ein haufen rucola hingehauen wird, will ich einfach nicht begreifen. chicorée ist ebenfalls lecker und macht auch dekorativ was her,  baby spinat käme zur abwechslung auch mal nicht schlecht… es gibt so viele schöne salate:  escarole.  eichblatt.  frisée.  löwenzahn.  aber es ist immer rucola.  immer.

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11 Responses to “rucola”

  1. 6kraska6 Says:

    Na wenixens ist die Bärlauchmode vorbei: Bärlauchkäse, Bärlauchseife, Bärlauchpasta, Bärlauchschaum, Bärlauchbüschel aller Orten! Dabei schmeckt das Zeug so vulgär wie Industrieknoblauch.

    Übrigens, Kind, was Du nicht wissen kannst, weil Hip-Gläschen noch “ohne” waren: Rucola startete in der BRD 1994 seine “Renaissance”…

    • bunnyberlin Says:

      stimmt mit dem bärlauch. der knobl ist mir auch lieber.

      danke für die info zu 94, lieber onkel — da war ich ja sogar für hip-gläschen noch zu klein ‘-)

  2. vilmoskörte Says:

    Rucola find ich gut. Früher (also vor 1994) musste ich immer nach Italien fahren, wenn ich mal Rucola essen wollte, das ist jetzt einfacher. Bärlauch find ich nicht gut, ich mach nur bei den Bärlauchbratwürsten von Fleischer Ullrich in meiner Markthalle ein Ausnahme.

  3. bunnyberlin Says:

    ich hab ja grundsätzlich nix gegen rucola. aber wat toveel is, is toveel.

  4. Daniel Says:

    “Rocket” is the universal, incorrect translation, from Holland to Italy
    how many times have I ordered the scampi with rocket, you’d think it was some intensely spicey-hot combination, but alas no it’s just some limpy leaf

  5. Chris Kurbjuhn Says:

    Mir is jeder Salat recht, solang es kein Eisbärch ist. Eisbärch hatte schon die Titanic auf’m Gewissen.

  6. Siri Says:

    rauke resp. rucola esse ich genausogerne wie bärlauch.
    aktuelle hipes können einem sowas aber manchmal auch schon mal vermiesen …

    beim italiener lasse ich mir rucola auch gefallen – in deutschen lokalen frage ich gerne mal, ob sie denn auch was mit rauke haben.
    und ernte dann oft reflexe der unbildung: “is’n das??”

  7. Valmont Says:

    Also, ich finde Rucola unter allen Alibi-Salatbeigaben noch die erträglichste, einfach, weil das Zeugs im Idealfall nach etwas schmeckt: sanft pfeffrig, mit einer leicht ätherischen Schärfe. Doch, ich mag das. Auf der Pizza finde ich das Grünzeugs unangemessen; wenn ich einen Salat will, bestelle ich den – auf einer so richtig schmutzig-schönen Pizza hat Grünzeug nix verloren.

    Auffallen ist, dass Rucola als Pizza-Belag meist mit Parmaschinken – Verzeihung: \”Parmaschinken\” – einhergeht. Kulturpessimistisch gedeutet, signalisiert das: hier isst jemand Pizza, der zum Genießen das Gefühl braucht, SO RICHTIG WAS BEKOMMEN zu haben für sein Geld. Ugly.

    Bärlauch find ich Bäh-Lauch, ich konnte diesem sanft knofelnden Blätterzeugs noch nie etwas abgewinnen. Die Legende weiß, dass es Eckart Witzigmann gewesen sein soll, der beim Gassigehen mit seinem Hund im Englischen Garten den charakteristischen Geruch wahrgenommen habe und das Kraut fortan in seiner Gourmet-Küche eingesetzt habe. Seitdem panscht jede pseudo-ambitionierte Hausfrau zwischen Flensburg und Freilassing damit rum. Ich fand das noch nie so richtig prickelnd, denn, hallo mal: was ist von einem Wildkraut zu halten, das dort wächst, wo Hunde ihr Geschäft… – also nee.

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