al contadino sotto le stelle / mitte

October 24, 2008

Das Contadino hatte ich bisher erst einmal besucht, vor ca. 9 Jahren.  Damals hatte der Besitzer auch noch das La Rustica nahe der S-Bahn Hackescher Markt, in dem ich seinerzeit anläßlich des spottbilligen Lunch-Buffet-Angebots meine erste und nach wie vor beste Caponata aß.

Der Besuch beim Bauern unter den Sternen fand zu einer Zeit statt, als die gemeinsame Zukunft mit meinem Mann noch in den Sternen stand – es waren kompliziertere Zeiten damals ‘-).  So verbrachte ich den Abend damit, unter den Sternen an der Decke in meine bestimmt sehr leckere Pasta zu heulen & hatte im Nachhinein wenig Erinnerungen an das Essen dort.

Da ich immer noch auf der Suche nach guten Italienern bin und mich an einem sonnigen Nachmittag zufällig in der Auguststraße befand, reservierte ich nach einem kurzen Blick auf die Karte einen Tisch für 4 für den nächsten Abend.

Stutzig machte mich die Dame am Telefon schon, als sie meinte, “sie glaube, sie habe noch einen Tisch für 4 Personen für 20 Uhr”.   Das glaubte ich ihr dann meinerseits und erschien um 20 Uhr, zusammen mit zweien meiner Mitstreiter, im Treppenhaus, das offenbar der Wintereingang für das Restaurant, gleichzeitig aber natürlich auch der Eingang für die anderen Bewohner ist.  Es war voll – Leute standen Schlange, die eine Reservierung hatten.  Tja, das haben wir wohl Brad Pitt und Quentin Tarantino zu verdanken.  Noch ein Grund, den Typen doof zu finden ‘-)

Um 20 nach 8 saßen wir dann zu dritt im rappelvollen Gastraum, bekamen auch gleich die Karte und eine Flasche Wasser.  Die Wein- und Speisekarten wollten erst noch studiert werden, im übrigen fehlte ja auch noch eine Dame.  Es gab, abgesehen vom Besitzer, in unserem Raum 3 Kellner.  Einer war nur sporadisch zu sehen, der zweite war offenbar hauptsächlich Sommelier mit beeindruckend frisierten Augenbrauen und einem Do-Rag – diese merkwürdige Kopfbedeckung kenne ich eigentlich nur aus den USA auf afro-amerikanischen Köpfen – der bei den einfachsten Weinen ein Riesen-Tamtam veranstaltete (so auch bei dem von uns bestellten Ciró Bianco Librandi, ein Wein, der leider bei meinem Lieblingsweinladen vergriffen ist), und ein dritter, der, wenn er nicht gerade Brot schnitt, mit Büßergang – also gesenkten Blickes – durch den Gastraum schritt und Brotkörbe ablieferte.

Kurz – die Aufmerksamkeit eines dieser Geschöpfe zu erregen, gestaltete sich als anstrengend & nahm einen Großteil des Abends ein.  Die Brotzufuhr war allerdings stetig, was bei den Wartezeiten auch von Nöten war, und gut – das selbstgebackene Brot dort ist wirklich klasse.

Zu viert teilten wir uns dann einen Vorspeisenteller für 2, auf dem sich selbstverständlich die gute Caponata befand, darüberhinaus ein sehr leckerer Tintenfisch-Weiße Bohnen-Salat, getr. Tomaten, Oliven, Käse und Schinken.  Für nur zwei Personen wäre das eine recht üppige Portion gewesen, kostet allerdings auch 22 Euro.

Bei der Pasta hatte ich furchtbare Entscheidungsschwierigkeiten, zum Glück wählten wir aber alle verschiedene Paste.  Es gibt ja fast nix Schlimmeres, als wenn man mit 3 Leuten Essen geht und alle bestellen das Gleiche.

Die Hauptgerichte wurden jedenfalls flugs um 22:30 Uhr serviert.

Ravioli mit Kürbis und Fruchtsenf gefüllt in einer Parmesan-Buttersauce waren weniger süßlich, als angenommen.  Die Basilikum-Lasagne mit Auberginen und geräuchertem Provolone war sehr gut, allerdings war der Provolone *sehr* intensiv, von Basilikum konnte man daher nicht viel schmecken.  Die dritte im Bunde hatte hausgemachte Kresse-Nudeln in weißer Bohnencrème mit Tintenfisch und Muscheln, einer meiner persönlichen Favoriten, den ich auch bestellt hätte, wenn, ja wenn ich nicht die Thymiannudeln mit Scampi und Steinpilzen genommen hätte.  Die OK waren.  Ein bißchen zu ölig.  Die Steinpilze vielleicht ein bißchen zu verkocht.  Und Pasta mit Scampi mache ich einfach zu oft selbst, um hier beeindruckt gewesen zu sein.

Fazit – die Suche geht weiter….

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