angus / xberg

September 10, 2008

Manchmal treibt es mich an Orte, wo schon im Vorfeld innerlich die Alarmglocken schrillen.

Am Angus fahre ich häufig genug vorbei, um die quietsch-orangen “50% Rabatt auf alles” (oder so ähnlich) -Plakate geistig schon zum Namen des Restaurants hinzugefügt zu haben. Es muß tatsächlich an den Dumping-Preisen liegen, daß der Laden immer recht gut besucht ist.

Neulich war mal wieder ein chronischer-Eisenmangel-Tag – sprich, Appetit auf ein ordentliches Steak. Ach, wär’ ich doch zu Maredo gefahren, dessen verläßliches Angebot ich schon an anderer Stelle gewürdigt habe.

Aber nein. Faulheit und Neugierde obsiegten, und so fand ich mich im Inneren der Pizzeria (!) Angus wieder, mit Blick auf die Raucherterrasse & ziemlich alleine im Gastraum, welcher leider von einem unerträglichen Berliner Kreisch-Sender beschallt wurde.

Die Steak-Karte ist ähnlich aufgemacht wie im Maredo, außer, daß es hier eben auch Pizza gibt.

Ich entschied mich für den großen gemischten Salat, ein 180g Filetsteak (englisch) mit Pommes & Sauce Béarnaise – bis auf das nicht vorhandene Salatbuffet quasi meine Standardbestellung bei Besuchen der Steakhaus-Kette.

Der Salat bestand zu 95% aus Wasser (Eisbergsalat), sowie einigen Tomaten-, Gurken- und Zwiebelscheiben. Das “Hausdressing” war eine lieblos hingekletschte, süßlich-belanglose Mayo-Angelegenheit.

Steak & Pommes folgten stante pede (or stampede? haha). Steak war englisch, hatte aber kaum Eigengeschmack, die Konsistenz war fleischähnlich vom Mundgefühl, tendierte aber Richtung Matschigkeit. Mit ein wenig Salz gewann es etwas an Geschmack, ich hätte es aber mit verbundenen Augen keinem bestimmten Tier zuordnen können.

Die Pommes waren innen mehlig, außen wabbelig, und erinnerten ein wenig an frittierte Pappe. Da war auch mit Salz nichts zu dran zu ändern.

Die Béarnaise hatte man wohl vergessen, was mir durchaus recht war… wer weiß, was das bloß gewesen wäre.

Der Service war OK, ich hätte m. E. kürzer darauf warten müssen, überhaupt zur Kenntnis genommen zu werden, danach aber ging alles recht fix.

Es zeigt sich hier, daß ein ‘gutes Preis-Leistungsverhältnis’ im Auge bzw. Mund des Betrachters liegt. Meine Rechnung inkl. einem großen Pils betrug 16,70 €. Das ist ohne Frage sehr preisgünstig.

ABER: billig ist eben selten = gut, insbesondere beim Fleischgenuß lohnt es sich durchaus, ein paar Euro mehr auf den Tisch zu legen und dann auch Qualität zu bekommen.

Vielleicht stattdessen lieber seltener, aber dafür gut essen gehen.

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