aroma village / p’berg

August 3, 2008

Endlich, endlich!  Freut Euch und frohlocket!!!

Ein per Zufall entdeckter, großartiger Chinese in Berlin, in recht unerwarteter location an der Grenze zum touristischen Epizentrum Kollwitzplatz.

Wir waren eigentlich auf dem Weg zum Si An, wo ich im Juni wunderbaren gegrillten & vietnamesisch marinierten Spargel gegessen hatte – leider war der Laden proppevoll, weswegen nach einem mehr oder weniger eleganten U-Turn das beim Vorbeibrettern entdeckte Aroma Village aufgesucht wurde.

Die dampfenden Teller mit allerlei Gesottenem und hübsch geschnitzten, bunten Gemüsen sahen vielversprechend aus.

Die Inneneinrichtung ist, bis auf einige wenige Troddel-Lampen, recht modern –Bodenstrahler, die farblich zwischen grün und rot changieren, geben dem Laden sogar ein kleines bißchen Hipness.  Aber das sind Nebensächlichkeiten.

Die Hauptsache, das Essen nämlich, ist eine einzige Freude.

Unsere Vorspeise waren 6 handgefertigte Teigtaschen mit Schweinehack & Gemüsefüllung, dazu wurde eine würzige Dipsauce (Soja, Frühlingszwiebeln, ein wenig Reisessig) gereicht.  Mit diesen saftigen Batzen ließe sich ohne weiteres der Abend bestreiten, wenn es nicht so viele andere Dinge zu entdecken gäbe.

So ist die Karte zwar grammatikalisch und orthographisch zum Teil haarsträubend unverständlich, es lassen sich hier aber viele traditionelle chinesische Speisen ausmachen wie z. B. die mit Gemüse oder Hack gefüllten steamed buns, die ich bisher nur in Chinatown gesehen habe;  man kann auch so ziemlich alle Innereien des Schweins (Nieren, Herz, Bauch, Darm… jawoll, Darm) in verschiedenen Sößchen bestellen,  es gibt Suppe mit Rindersehnen & anderen Zutaten, die auf den Durchschnittseuropäer oder Kolle-Besucher leicht abschreckend wirken könnten.

Mein Mann bestellte recht konservativ gebratenen Reis “Aroma Village”, ich entschied mich für Ma Po Tofu, ein China-Standard quasi, an dem viele Exilchinesen die Authentizität eines Restaurants messen.  Dieses war bereits mit “scharf” (2 Pfefferschoten in der Karte) gekennzeichnet, ich wollte aber die Schärfe nicht dem Zufall überlassen und betonte “schön scharf”.  Schön scharf war das Gericht, darüberhinaus war der Tofu – für den ich normalerweise weiß Gott nicht ins Schwärmen gerate, zart gedämpft & befand sich in einer Sauce aus gehacktem Rind, Karotten, Sellerie, Knoblauch, frischem Ingwer, jede Menge Chili & sogar einige der legendären Szechuan peppercorns, die einem die Zunge betäuben…

Der gebratene Reis war ebenfalls richtig gut – die einzelnen Komponenten wie z. B. das gewürfelte, rauchige Schweinefleisch, die Shrimps & das Gemüse waren geschmacklich deutlich über dem üblichen ‘flied lice-Niveau”, auch kam der Reis eher fluffig und würzig daher denn übermäßig ölig oder mit Soja-Sauce erschlagen.

Der einzige Kritikpunkt (dem größere Esser als wir es sind sicher widersprechen werden), sind die Portionen, denn diese sind gigantisch.

Ich probiere gerne viele verschiedene Dinge aus, und das ist bei solchen Mengen einfach nicht machbar.  Ich konnte etwa ein Drittel meines Gerichts bewältigen, vom gebratenen Reis blieb die Hälfte übrig.

Gut, kann man ja zum Glück alles mit nach Hause nehmen um es dann, so gegen Mitternacht, mit wieder erwachtem Heißhunger & großem Genuß zu verzehren…..

Aber weniger wäre hier mehr.  Fazit:  unbedingt hingehen, unbedingt mit vielen Leuten zusammen viele verschiedene Sachen bestellen und dann, wie es in China üblich ist, alles teilen.

Es gibt noch viel zu probieren, packen wir es ein.

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