e.t.a. hoffmann / xberg

July 23, 2008

Hochzeitstag im ETA Hoffmann, erster Besuch nach vielen Empfehlungen.

Ich entschied mich für das Abendmenü, mein Mann stellte sich sein 4-Gang-Menü selbst zusammen.

Als Aperitif gabs Prosecco mit Holundersyrup & Berliner Pilsener respektive, für die weitere Getränkeversorung hatten wir einen halben Liter Pinot Blanc von der Nahe (mit wunderbarem Honigaroma), Flasche Wasser & für die Hauptgänge einen Zweigelt (vor)bestellt.

Als Gruß aus der Küche gabs eine recht milde Pfifferlingsülze mit Kräuterschmand, die Vorspeisen – Carpaccio vom Rinderfilet und Oktopus (mit Rucola.  was auch sonst?!?!) für mich, gebratener Tunfisch & Tunfischtartar mit Wasabicreme und Avocado für den Mann waren beide hervorragend, wobei der Tunfisch das eigentliche highlight des Abends war.  Nur auf einer Seite angebraten, die obere Seite roh, war er einfach ein Gedicht.

Mein Zwischengericht, auf der Haut gebratener Seesaibling auf Okraschoten mit Poweradengemüse (ein Stückchen Artischocke, und —- darf man an dieser Stelle mal fragen, wieso das seit einer Zeit Powerade genannt wird?  Artischocke  nicht trendy genug?  Rucola ist ja auch nur Rauke…) war ebenfalls wunderbar aromatisch;  die Jakobsmuscheln, von denen derer 3 am Nachbartisch serviert worden waren, kamen interessanterweise bei uns nur zu zweit an & hätten etwas sparsameren Umgang mit dem Meersalz verdient, der glacierte Römersalat mit Schnittlauchöl war allerdings ausgesprochen schmecki.

Leider war unser Kellner die meiste Zeit des Abends schwer zu bekommen – er schien mit den ca. 5 anderen Tischen (!) etwas überfordert, so  daß ich den hinter mir befindlichen Pinot letztlich selbst eingießen mußte.  Auch den Zweigelt brachte er etwas verspätet,  was mit einem launigen “na, da hab ich ja grade noch Glück gehabt, daß der Hauptgang noch nicht da ist” kommentiert wurde.  Das fanden wir allerdings auch.  Entweder muß die Küche langsamer arbeiten oder der Kellner sich dem Speisenrhythmus besser anpassen…

Mein Hauptgericht – Kalbsrücken auf Entenstopfleberschaum (geschmacklich eher schaumig als stopfleberig) mit Pfifferlingen und Wirsing-Gröstel war gut, obwohl das Kalb an wenigen Stellen mehr als ‘rare’ war; da ich aber so gut wie nie Kalb esse, soll das vielleicht so sein?

Auch der irische Lammrücken meines Mannes kam so daher, daß das Lamm fast noch selbst auf den Teller hätte springen können.

Zum Nachtisch gabs dann noch Pfirsichtopfenstrudel mit Pfirsich und Rosmarineis & eine Käseplatte mit 5 verschiedenen Käsen – wir hatten die kräftigere Variante gewählt.  Jungejunge.  Da waren 2 dabei (Name leider entfallen, aber der Kellner hat die Namen leider auch etwas runtergenuschelt), die möchte man ganz bestimmt nicht im eigenen Kühlschrank unterbringen.  Apropos Kühlschrank – der ganze Käse war zu kalt.  Käse sollte mit Zimmertemperatur serviert werden, der Reblochon war ob seiner Kälte quasi geschmacksfrei.

Nachdem wir die Nachfrage bzgl. Espresso, Kaffee o. ä. verneint hatten, verschwand der Kellner.  Er mußte sich um einen Tisch gegenüber kümmern, der anscheinend aus Stammgästen bestand, die eine Digestiv-Verkostung bekamen…

Erst nach mehrmaligem Räuspern und “EntSCHULdigung??”-Rufen bekamen wir die Rechnung, auch mit dieser wurden wir unnötig lange sitzengelassen.

Das Fazit für diesen Abend ist daher nicht so einfach —

Essen = 5 Sterne, keine Frage.  Am Service kann aber noch so einiges verbessert werden, wenn die Gäste nicht verärgert nach Hause gehen sollen.

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