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su mirtú / p’berg

July 7, 2009

eigentlich wollten wir zum von allen seiten gepriesenen femmina morta… auf dem weg zum aperitif-bier im enddorn entdeckten wir jedoch schräg gegenüber dem wasserturm, wo vormals portugiesische tapas angeboten wurden, das su mirtú –  sardische küche mit einer appetitanregenden tageskarte. die nähe zum enddorn sowie der unberechenbare berliner “sommer” (wann kommt das nächste gewitter?) gaben den ausschlag:  das femmina morta wird vertagt.

der kellner, supernett und gut gelaunt – trotz, wie er uns verriet, durchtanzter nacht im cookies – deckte flink einen tisch draußen ein.

die vorspeisen:  antipasti vegetale

antipasti vegetale

antipasti vegetale

(gegrillte zucchini, karotten, aubergine & paprika, sowie spinat mit einem hauch knofi –)

vitello tonnato

vitello tonnato

vitello tonnato

& carpaccio di manzo mit dem unvermeidbaren rucola

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waren durchweg klasse;  alles sehr frisch, gut angemacht, serviert zusammen mit brotkorb und oliven.  dazu gab es mäßigen offenen wein – der pinot grigio war ziemlich langweilig & leider nicht genug gekühlt, der chianti durchaus trinkbar.

zwischen vorspeisen und hauptgerichten muß sich in der küche eine feurige romanze entwickelt haben, da der koch – von jäh entflammter leidenschaft verblendet – tief ins salzfaß gegriffen hatte:  die pappardelle mit butterzarten baby calamari

pappardelle mit baby-calamari

pappardelle mit baby-calamari

waren viiiiieeeel zu salzig.  ich bin weiß gott kein salzverächter und hasse es, wenn einem magenfreundlich “gewürzte” schonkost verabreicht wird.  salz – wohlgemerkt wohldosiert – ist, ebenso wie fett, ein wichtiger geschmacksträger und kann aus so manch labbrigem pamps etwas eßbares machen.  hier war allerdings genau das gegenteil der fall.

auch die gegrillte dorade war zwar wunderbar saftig,

dorata alla griglia

dorata alla griglia

die sehr knusprige haut aber leider ebenfalls von salz nahezu ummantelt.

gnocchi mit gorgonzola-sauce & radicchio hingegen waren zu mild im geschmack, der radicchio hätte ein wenig karamellisierung gut vertragen, so roh reingestreut war das irgendwie nix.  meine ravioli mit fisch-füllung und zucchini-sauce waren ebenfalls zu salzig.  einzig der salat mit gegrillten baby-calamari war sehr gut, da nicht von salzminen durchzogen.

die preise liegen mit 6-10 euro für vorspeisen & 10-16 euro für pasta im gehobeneren mittelfeld.

der kellner nahm unsere kritik am essen mit charme entgegen und versprach, dies dem koch mitzuteilen.  vielleicht war der koch ja auch verkatert.  immerhin bekamen wir noch einen digestif aufs haus, anscheinend gibt es aber den mirtú – ein sardischer likör aus den beeren der myrte & und vermutlich namenspate des restaurants – nicht im ausschank.

vielleicht im nächsten sommer?


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